Ernährung im Ayurveda

Ernährung im Ayurveda

Ayurveda ist das älteste Gesundheitssystem der Welt und am Lebendigsten noch auf dem indischen Subkontinent verfügbar. Es nur als indische Gesundheitslehre zu bezeichnen, würde dem Ayurveda nicht gerecht werden. Der Ayurveda basiert auf den Naturgesetzen des ganzen Kosmos und der ganzen Schöpfung. Er berücksichtigt in sehr systematischer Weise auch die Kultur unabhängigen Gesetzmässigkeiten und Anwendungen, welche den Menschen in seiner Gesamtheit bis hinein in den Alltag unterstützen. Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung sind genau so Bestandteil des Ayurveda, wie auch die tief wirkenden Strategien zur Behandlung von Krankheiten.

Kein Wunder, kennt der Ayurveda die Zusammenhänge zwischen Nahrung, Essen, Verdauung, Stoffwechsel sehr detailliert, auch bezogen auf unterschiedliche Konstitutions-Typen und Krankheitssymptome. Ernährung ist denn auch eine der fünf grossen Säulen im Ayurveda, neben Entspannung, Bewegung, Entschlackung und Anleitungen für die geistig-seelische Gesundheit.

Wer die ayurvedische Ernährung umsetzen will, sollte zuerst die Hauptaspekte davon in den Lebensalltag einbauen:

  • mit Mass essen
  • nicht mehr als drei Hauptmahlzeiten zu sich nehmen
  • keine Zwischenmahlzeiten (ausser bei Kindern)
  • Schwerverdauliches vorzugsweise am Mittag, weil beim höchsten Sonnenstand der Stoffwechsel in der Physiologie und damit die Verdauungskraft am stärksten ist

Ayurvedisch ernähren heisst nicht einfach, indisch zu essen. Unsere Physiologie ist Ausdruck der lokalen Naturgesetze, in welche wir hinein geboren wurden. Darum sind die regionalen Nahrungsmittel der Saison die Wertvollsten für unser Wohlbefinden.

Die Nahrung sollte möglichst frisch zubereitet werden und biologisch sein. Der Ayurveda betrachtet das Kochen als ersten Verdauungsvorgang und somit als wichtige Unterstützung für Verdauung und Stoffwechsel. Höchstens Menschen mit einer ausgeprägt starken Verdauungskraft können die schwerverdaulichen Zellwände von Rohkost jederzeit aufbrechen, ohne belastende Verdauungsrückstände (Ama) im System zu produzieren. Gut gekocht bekommt speziell dann eine hohe Bedeutung, wenn die Verdauungskraft geschwächt ist oder bereits gesundheitliche Probleme bestehen.

Mahlzeiten sollten ausgewogen sein, d.h. möglichst alle Geschmacksrichtungen enthalten:

  • süss
  • sauer
  • salzig
  • scharf
  • bitter
  • herb

Um das zu erreichen, werden im Ayurveda sehr gekonnt Gewürze verwendet. Sie haben zudem weitreichende Heilwirkungen.

Nahrungsmittel werden im Ayurveda sehr gezielt eingesetzt, um die individuelle Konstitution im Gleichgewicht zu halten oder Ungleichgewichte auszugleichen, bevor sie sich zu Krankheiten entwickeln. Dieselben Naturgesetze, welche im Menschen repräsentiert sind, drücken sich auch in Nahrungsmitteln aus. Der Ayurveda steuert Gesundheit über die Wirkprinzipien Vata, Pitta und Kapha, welche in den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum zum Ausdruck kommen. Genau so wie Menschen individuell die Wirkprinzipien in unterschiedlichen Ausprägungen repräsentieren, so ist es in der ganzen Schöpfung. Ein Zuviel an Vata wird mit Nahrungsmitteln ausgeglichen, welche weniger Vata-Anteile besitzen. Dieses Prinzip, Gleiches mit Entgegengesetztem wieder ins Gleichgewicht zu bringen, spielt im Ayurveda eine tragende Rolle.

Geht es um fundierte Umsetzung der Prinzipien des Ayurveda und um kompetente Behandlungsstrategien, lohnt es sich, die Unterstützung einer erfahrenen Fachperson in Ayurveda-Medizin in Anspruch zu nehmen. In der Schweiz gibt es seit 2015 nationale Diplome für Naturheilpraktiker in Ayurveda-Medizin und damit einen ausgewiesen hohen Qualitätsstandard für therapeutische Behandlungen. Ayurveda ist mehr als Wellness, es ist das „Wissen vom Leben“ in allen seinen Ausprägungsformen.

 

Foto: © byheaven / Fotolia.com

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